• Workshop

“Tanz-Kollaborationen mit Patienten in psychiatrischen Institutionen”

moving art – festival im Psychiatrischen Zentrum Appenzell Ausserrhoden

Projektwoche vom 13. Mai bis 17. Mai 2019

Mit der Projektwoche in der Psychiatrie Herisau möchten wir herausfinden, was entstehen kann, wenn wir als Kunstschaffende mit Menschen, die im Psychiatrischen Zentrum Herisau behandelt werden, und Therapeuten, zusammenarbeiten. Mit den Mitteln des Tanzes, der Musik und der Sprache möchten wir mit Menschen mit psychischen Erkrankungen einen Raum der künstlerischen Freiheit betreten und eine Stimmung des Kreativen ermöglichen.
Es geht uns darum, das Potential welches im Tanz und der Musik steckt, besser zu verstehen. Ziel soll sein mit unserem künstlerischen Ansatz den Beteiligten einen Ort und Raum für ihre Themen zu geben. Uns stellt sich die Frage, was verändert sich in der Wahrnehmung und dem Allgemeinzustand aller Beteiligten, wenn wir in der psychiatrischen Klinik Herisau gemeinsam in einen künstlerischen Prozess treten? An erster Stelle steht bei unserem Unterfangen stets das Wohl der Beteiligten. Wir erhoffen uns eine Woche des empathischen, gegenseitig unterstützenden, kreativen Zusammenseins und viel Spass.

Hintergrund:
In Zeiten von Tarpsy 2.0 (neu ab 2019 auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie) und pepp und einer zunehmend manualisierten und algorithmisierten Atmosphäre (dies gilt auch für die Psychiatrie) erscheint es uns als besonders wichtig die auflösende, entspannende, freudbringende Wirkung von künstlerischem Schaffen in den Mittelpunkt zu rücken. Die Wirkung, die es haben kann gemeinsam in einer guten Gruppe von zusammengemischten Menschen von Künstlern, Therapeuten und Patienten kreativ zu arbeiten und gemeinsam Zeit zu verbringen, erscheint uns in der jetztigen Denke vernachlässigt zu werden. Sowohl Kunst und Freud, als auch Kunst und Leid haben eine lange gemeinsame Geschichte, so auch Kunsttherapie, so auch Kunst um ihrer selbst willen – Kunst unbedingt.
Wir wollen nicht die Welt neu erfinden, Kunstprojekte in Kliniken und ähnlichen Institutionen gab und gibt es unzählige, die Psychiatrie Herisau kann da auch auf eine beachtliche Geschichte diesbezüglich zurückblicken. Aber es braucht auch weiter und in Zukunft um jeden Menschen – nicht nur den Gesunden – Kunst, Zusammenhalt, Spiel, Empathie, Freude, Gemeinschaft, Beziehung.
Zur Evidenzbasiertheit: In der Physik – der genauesten vom Menschen geschaffenen Naturwissenschaft – heisst es, Wirkung – nicht zu verwechseln mit der pharmakologischen – ist gleich Zeit mal Energie. Wir wollen mit viel gemeinsamer Zeit und gemeinsamer Energie/Einsatz erreichen, dass die Menschen im Psychiatrischen Zentrum Herisau Teil einer guten Truppe und Teil eines einzigartigen künstlerischen Prozesses sind. Sowohl Patienten, Künstler, Therapeuten – kurz gesagt – sich in diesem Bereich tummelnde Menschen laufen Gefahr zunehmend zu Fallpauschen bis hin zu Fallnummern zu werden und an unserer Einzigartigkeit als Individuen wird gerüttelt. Die grösste Wirkung haben wir Menschen aufeinander im Beisammensein in der Beziehung, so schaffen und suchen wir Evidenz für Freude und Besserung!
Wir wollen fühlen, erleben, geniessen, tanzen, moven, rhythmisieren, enttakten, surren, Musik machen und alles andere was auf den Tisch will. Psychiatrie, was Du auch brauchst, ist Freude und Spiel und Kunst – nenne es wendig Festival – we are moving art(wards).

Der Tarifstrukturvertrag Tarpsy reglementiert alle Vorgänge zwischen den Schweizer Spitälern H+, santésuisse und curafutura.
Deutsche Version: Pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik pepp.

Beteiligte

mit
Philip Amann
Kilian Haselbeck
Nello Novela
Felix Otterbeck
Manel Salas Palau
Stefan Schönegg
Meret Schlegel
Kuan-Ling Tsai

Nadja Bauman, Ergotherapie
Tanja Eilinger, Ergotherapie
Anne Eggmann Mätzler, Kunsttherapie
Regula Isenschmid, Musiktherapie
Susanna Ochsner, Aktivierungsth.
Alba Wunderlin, Bewegungstherapie
Ursula Meier Köhler, Bewegungstherapie und Leitung Fachtherapien

Produktion: cicadhoc (Cecilia Amann, Philip Amann) und Patientenfond PZA (Ursula Meier Köhler, Stefan Mock)

Co-Produktion: cie.zeitsprung, Tanzhaus Zürich, Therapeuten des Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden

Info

13. bis 17. Mai 2019

Psychiatrisches Zentrum
Krombach, Herisau

2° - The World we`ll leave our Grandchildren

TANZ MUSIK STIMME PERFORMANCE

Buch: Chris Rapley & Duncan Macmillan

Die Trennung des Menschen von der Natur hat bereits eine lange Geschichte. Begonnen mit der fortschreitenden Urbanisierung und Industrialisierung wohnen immer mehr Menschen in kasernenartigen Behausungen. Fertiggerichte lassen die ursprüngliche Form der Nahrungsmittel nicht erkennen. Aufgrund der Lebensmittelknappheit nach dem 2. Weltkrieg wurden Wohnkasernen mit Gärten gebaut um eine teilweise Selbstversorgung zu fördern bzw. zu ermöglichen. Die fossilen Ressourcen des Planeten, die die rasante Entwicklung zu einer industrialisierten Welt ermöglichten und weiterhin in exponentiell steigendem Maße ausgeschöpft werden, stehen auch für den Untergang des Planeten wie wir ihn kennen. Der Klimawandel schreitet ungebremst voran, während ein Großteil der Erdbevölkerung nicht einmal davon weiß und der Rest – wir in der „entwickelten Welt“ – nur ungenügend Lösungen des Entgegenschreitens entwickeln.
In diesem Projekt, das sich mit dem Thema unserer Verantwortung im Umgang mit der Natur beschäftigen wird, wollen wir eine performative Installation errichten. Basierend auf dem Text „2071“ von Chris Rapley & Duncan Macmillan werden wir im historischen Palmenhaus der Stadtgärtnerei in Konstanz ein begehbares Audiotheater entwickeln. Die Atmosphäre des künstlichen Natur-Raumes, das Eingeschlossen sein der Pflanzen und der Besucher, das ungewohnt feuchte Klima und die bezaubernde Schönheit des vor einigen Jahren noch vom Abriss bedrohten Ortes werden von harten Fakten über die Erderwärmung und deren Konsequenzen, apokalyptischen Visionen und (a-)tonalen Klängen gebrochen. Die performative Umsetzung behandelt die Beziehung Mensch-Natur in einem sinnlich erlebbaren Rahmen.

“Ein aufrüttelndes Buch und ein Aufruf an uns alle, das Leben auf der Erde, so wie wir es kennen, langfristig zu erhalten.”
kultur-punkt.ch, 04.10.2015

“Für Rapley ist der Umgang mit dem Klimawandel im Kern die Frage: In welcher Welt wollen wir leben? Was für eine Zukunft wollen wir schaffen?”
Umwelt Briefe, 22.10.2015

Mit freundlicher Unterstützung durch den Förderverein Palmenhausareal Paradies e.V. in Konstanz.

Das Projekt wird gefördert duch den Landesverband Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.

Beteiligte

Musik/Performance: Nello Novela
Dance/Performance: Manel Salas Palau, Philip Amann
Stimme: Cecilia Amann

Info

24.03.2018 um 20 Uhr

Palmenhaus Paradies Konstanz
Zum Hussenstein 12
78462 Konstanz

Karten

Eintritt frei – Spenden sind willkommen